Im Herbst veranstaltet der Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg wieder KURSE FÜR ALTE MUSIK (Kammermusik). Der erste der landesweiten Kurse findet in den Herbstferien in Potsdam statt.
INHALTE
Die Dozentinnen und Dozenten vermitteln fundiertes WISSEN ÜBER DIE AUFFÜHRUNGSPRAXIS, VERZIERUNGEN und die stiltypischen ARTIKULATIONEN in der ALTEN MUSIK. Für Violoncellisten steht die Kunst des CONTINUOSPIELS mit den Betonungen und Phrasierungen im Mittelpunkt. Cembalisten lernen, wie sie mit dem GENERALBASS-SPIEL lebendige Begleitstimmen entwickeln können. Hohe Streicher erhalten Hinweise, wie sie Werke der Alten Musik auf ihren modernen Instrumenten umsetzen können. Teilnehmende, die ein Streichinstrument spielen, können vor Ort auf ihren modernen Instrumenten auch Barockbögen ausprobieren.
Alle Teilnehmenden erhalten Unterricht und besuchen im Rahmen des Ensemble-Spiels auch den Unterricht der Musizierpartner. Außerdem sind gemeinschaftliches Musizieren oder Vorträge zur Aufführungspraxis Alter Musik vorgesehen. Den Cembalisten stehen Spinette und Cembali zum Üben zur Verfügung.
Der Kurs ist für Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte gedacht, die auf modernen und historischen Instrumenten die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts spielen. Wer sich mit der Spielweise eines Barockinstrumentes vertraut machen möchte (z.B. Barockcello, Cembalo und Continuospiel), kann hier erste Schritte tun. Der Kurs eignet sich als langfristige VORBEREITUNG FÜR DEN WETTBEWERB »JUGEND MUSIZIERT« in der Kategorie Alte Musik und in der Kategorie Bläser- und Streicherkammermusik. Die Kurse richtet sich an hohe und tiefe Streicher, Bläser und Spieler von Tasteninstrumenten, die gerne in der Gruppe musizieren und die Alte Musik für sich entdeckt haben.
BIRGIT SCHNURPFEIL absolvierte ein Studium im Fach Violine an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, wo sie auch ein Zusatzstudium für Barockvioline bei Stephan Mai erfolgreich beendete. Mit der Spielzeit 1994/95 wurde sie am Opernhaus Halle engagiert, wo sie neben ihrer laufenden Verpflichtung in dem auf historischen Instrumenten musizierenden Händel-Festspielorchester als Konzertmeisterin beschäftigt ist. Darüber hinaus hat sie regelmäßig in verschiedenen Spezialensembles für Alte Musik, wie der Berliner Barock Compagney und der Akademie für Alte Musik Berlin gearbeitet und wirkt als Konzertmeisterin bei verschiedenen anderen Barockorchestern. Der „Lautten Compagney Berlin“, einem der führenden Barockorchester Europas, steht sie seit dem Jahre 2000 als Konzertmeisterin vor und arbeitete in diesem Zusammenhang mit namhaften Solisten wie Simone Kermes, Cecilia Bartoli und Vivica Genaux zusammen. Neben zahlreichen CD-Aufnahmen wirkte sie auch bei der CD „Timeless“ mit, welche 2010 mit dem Echo ausgezeichnet wurde, ebenso bei „War and Peace“, welche 2019 mit dem Opus Klassik ausgezeichnet wurde. Seit 2009 arbeitet sie regelmäßig als Orchestercoach mit Schülern und Studenten, um kreativ Wege zur Barockmusik und übergreifend zu anderen Musikepochen zu erschließen. Mit dem Opernorchester Pilsen unter dem Dirigenten Michael Hofstetter, der Philharmonie Plauen-Zwickau und den Thüringer Symphonikern verbindet sie eine langjährige Arbeit als Coach für barocke und klassische Musik auf modernen Instrumenten.
ULRIKE BECKER Die Liebe zur Musik des Barock und der Klassik bewogen die Barockcellistin und Gambistin, sich allen Facetten der historischen Aufführungspraxis beruflich zu widmen. Das breit gefächerte Instrumentarium von Lirone über alle Mitglieder der Familie der Viola da gamba bis hin zum Violoncello erlaubt es ihr, das Repertoire aller frühbarocker bis spätklassischer Genres zum Klingen zu bringen. Interessante Effekte und Parallelen zeigen sich in Crossover-Programmen, wie z. B. Timeless (Tarquino Merula- Philipp Glass), Circle line (Guillaume Dufay- Philipp Glass, John Cage u.a.). Es liegen zahlreiche Einspielungen und Rundfunkmitschnitte als Solistin und Continuospielerin vor. Sowohl als Ensemblemitglied der lauttencompgney BERLIN, als auch als Solistin erhielt sie mehrere Auszeichnungen und Preise (Echo Klassik, Bach-Abel Wettbewerb, Deutscher Musikrat). Als Gründungsmitglied des Grundmann Quartettes widmet sie sich intensiv dem fast vergessenen Schaffen Georg Druschetzkys, dokumentiert auf zwei CD's als Gesamtaufnahme der Oboenquartette. Neue Wege der Klangmodulation betritt das Quartett durch Arrangements Dimitri Schostakowitschs 24 Präludien und Fugen für Klavier, Franz Schuberts Winterreise und Gustav Mahlers Lieder aus Des Knaben Wunderhorn komplettiert vom Bariton Florian Götz.
TILMANN ALBRECHT (Cembalo) ist nicht allein Cembalist mit erstaunlicher Vielseitigkeit, sondern auch Chorleiter, Musical-Pianist und Barock-Perkussionist. Er beschäftigt sich mit den verschiedensten Facetten der Musik – von 1300 bis heute, von Popular- bis Kunstmusik. Er studierte Cembalo bei Prof. Mitzi Meyerson, Raphael Alpermann und Avinoam Shalev. Dirigieren und Chorleitung studierte er bei Harry Lyth, Tammin Lee, Frank Markowitsch und Tobias Walenciak. Seine Konzerte brachten ihn bereits nach Chile, Kanada, Indien und an diverse Orte innerhalb Europas. So spielte er u. a. bei den Tagen Alter Musik 2014 in Regensburg, beim Encanto-Festival 2017 in Helsinki, bei den Festwochen der Alten Musik Innsbruck 2020, beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2022, Händel Festpiele Göttingen und Halle, Bachfeste Leipzig und Montreal 2024 u.v.m. Tilmann arbeitet als Korrepetitor vor allem mit Sängern aus Barock und Musical zusammen. Seit 2019 ist er der ständige Pianist von Desirée Nick. Außerdem tritt er mit der Lautten Compagney Berlin auf. Er ist Gründungsmitglied des preisgekrönten Ensembles I Zefirelli. In Opernproduktionen u.a. am Staatstheater Kassel, mit der Berlin Opera Academy und der Génération Baroque Strasbourg zeigt sich sein buntes, affektenreiches Spiel auf eindrucksvolle Weise. Als Chorleiter dirigiert er verschiedene Projekte mit zwei Berliner Chören. Zudem war er Dozent für die Ferrara Chamber Academy 2019 und unterrichtet an der UDK Berlin Generalbass.
Der Kurs wird durch das Ensemble-Musizieren getragen. Damit möglichst jeder Teilnehmer in einem Ensemble mitspielen kann, sollen Trio-Sonaten (mit mindestens zwei Oberstimmen) einstudiert werden. Auf Wunsch können Literaturempfehlungen gegeben werden. Alle Mitwirkenden sind gebeten, bereits bei der Anmeldung die gewünschte Literatur einzutragen, damit rechtzeitig Ensembles zusammengestellt werden können.
Herbstkurs Alte Musik
Dozierende:
- Birgit Schnurpfeil (hohe Streicher und Melodieinstrumente)
- Ulrike Becker (tiefe Streicher und Continuo)
- Tilmann Albrecht (Cembalo und Tasteninstrumente)
Termin: 18.-20. Oktober 2026
Ort: Städtische Musikschule Potsdam „Johann Sebastian Bach“, Haus 1,
Jägerstraße 3-4, 14467 Potsdam
KURSDAUER
Sonntag, 18.10.26, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
Montag, 19.10.26, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
Dienstag, 20.10.26, 10.00 Uhr – 17.00 Uhr, Abschlusskonzert 17.00 Uhr
KURSGEBÜHR FÜR 3 TAGE inkl. Einzelunterricht und Tagesverpflegung
ERWACHSENE: 175 EUR
SCHÜLER/STUDENT 115 EUR
ANMELDESCHLUSS: 10. OKTOBER 2026
Auwärtige Kursteilnehmende können sich gern an die Kursbetreuer wenden wegen der Vermittlung einer Unterbringung.